Eine Decke aus alten Jeanshosen

Eine Decke aus alten Jeanshosen.

Dieses Decken-Projekt geistert schon lange in meinem Kopf hin und her. Den eigentlichen Anstoss mich jetzt endlich an das Projekt zu machen kam von Hochhaus für Hasen und Vren.i.naeht ihre Decken haben mich begeistert. Voller Elan begab ich mich also ans Werk meiner ersten Patchworkdecke. Eine absolute Premiere!

In den tiefen meiner Stofflager-Kisten fand ich vier Jeanshosen die ich für geeignet und massig ausreichend hielt. Ein Lacher kann ich dir heute mitteilen.

150cm x ca. 200cm

Das war meine geplante Deckengröße. Dafür reichen vier Jeanshosen leider überhaupt nicht aus. Du benötigst für diese Größe insgesamt acht Jeanshosen. Ich empfehle dir Hosen ohne Elastan-Anteil. Meine sind bis auf eine Hose alles Männer Jeanshosen. Die Rechtecke verziehen sich sonst beim Nähen und Bügeln zu sehr. Ausserdem ist Jeans ohne Elastan viel haltbarer und belastungsfähiger. Du willst deine Decke sicherlich sehr lange benutzen.

Die Größe der einzelnen Rechtecke.

Beim Zuschnitt habe ich mich für Rechtecke entschieden, sie haben eine Breite von 7 cm und 10 cm. Die Länge variiert. Da habe ich einfach zugeschnitten wie ich gerade Lust hatte, mal ein kurzes Stück – mal ein längeres Stück.

Wie wird genäht?

Beim zusammen nähen der einzelnen Stücke habe ich zunächst einen langen Stoffstreifen hergestellt. Also alle Stücke einer Breite aneinander genäht. Im ersten Arbeitsschritt zwei Stücke rechts auf rechts genäht, dann diese zwei aneinander genähten Stücke, mit einem anderen zweier Stück verbunden. Diese vier Stücke wurden als nächstes mit einem anderen vierer Stück verbunden, usw … So erhältst du am Ende schnell einen langen Streifen Stoff, der erst auseinander geschnitten wird, wenn du die langen Strecken deiner Decke nähst.

Nachdem du diesen kurzen Nähten, empfehle ich dir (auch wenn das vielleicht keinen Spaß macht) die Nähte auseinander zu bügeln. Damit schonst du beim nächsten Arbeitsschritt deine Nähmaschine. Je weniger Lagen du unter deinem Nähfuß hast, um so besser für deine Nähmaschine. Jeans zu vernähen ist für deine Maschine ein Kraftakt.

Du hast jetzt alle Nähte auseinander gebügelt, dann versäuberst du als nächsten Arbeitsschritt die Stoffkanten der langen Seite deiner Stoffbahn mit der Overlock. Damit verhinderst du, dass sich deine kurzen Nähte wieder öffnen. Du hast bei der kurzen Naht am Anfang und Ende der Naht nicht verriegelt.

Hast du keine Oberlock?

Dann verriegle unbedingt jede Naht am Anfang und Ende, um die Haltbarkeit deiner Nähte zu sichern.

Das Versäubern oder Sichern der Naht benötigst du nur, wenn du wie ich keine Rückseite unter deine Jeansdecke nähen möchtest.

Der nächste Arbeitsschritt ist das zusammennähen der langen Bahnen. Ich habe zunächst einen breiten Stoffstreifen in der Länge von 150 cm zugeschnitten. Dann legst du den schmalen Stoffstreifen rechts auf rechts auf den breiten. Sichere die Nahtkante am besten immer dort, wo sich eine kurze Naht befindet. Dann kann sich diese Naht nicht beim zusammennähen wieder zusammenklappen.

Ich habe immer abwechselnd einen breiten an einen schmalen Stoffstreifen genäht. Nach jeder langen Naht habe ich die Nahtzugabe auseinander gebügelt.

Das Binding

So nennt man den Streifen den du um deine Decke nähst. Diesen Stoffstreifen habe ich aus Jersey zugeschnitten. In einer Breite von 4 cm und über die gesamte Stoffbreite. Das waren bei meinem Stoff 140 cm.

Warum Jersey? Eigentlich einfach zu beantworten: Ich fand die Farbe des Stoffes so schön – grins! und Jersey ribbelt nicht auf, was bedeutet, ich muss den Stoffstreifen nicht noch einmal einklappen. Wie man das eigentlich bei einem Binding machen sollte.

 Ich weiß, dass ist nicht die feine Art, aber meine!!!

Diesen Stoffstreifen habe ich zunächst rechts auf rechts an die Stoffkante der Decke genäht. Am Ende habe ich den Stoffstreifen einfach etwa 7cm lang überstehen lassen und verkaufe das ganz elegant als Designelement. So habe ich mir ein aufwändiges um die Ecke nähen erspart.

Nach dem Bügeln kannst den Stoffstreifen auf die linke Stoffseite deiner Jeansdecke klappen und feststecken. Ich habe den Stoffstreifen dann im Nahtschatten angenäht.

Die Jeansdecke ist fertig!

Ich bin massig stolz auf meine fertige Decke. Das ist immerhin für mich eine Premiere. Ich habe noch nie vorher eine Patchworkdecke genäht. Dadurch das ich mich schon am Anfang entschieden hatte, dass diese Decke ein eher rustikales Outfit haben soll, was ich sehr passend zum Jeansstoff finde, waren mir kleine Fehler egal und ich konnte ganz gelassen an diesem Projekt arbeiten. Im Hinterkopf immer mein Motto

Too much perfection is a mistake

Ist dir meine schriftliche Anleitung nicht ganz verständlich. Dann schau dir meine Videotutorial auf Instagram dazu an. Dort habe ich alle Arbeitsschritte noch einmal festgehalten. Klick auf die den Schriftzug.

Genug erklärt – lehn dich zurück, hol dir ein Eis, stell dir eine laue Sommerbrise die vom Meer her weht vor und genieße die Bilder, für die ich extra an den kühlen Ostseestrand gefahren bin.

Sonnige und glückliche Grüße

Bine

Verlinkung bei der lieben Vanessa: Woman of fire

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9 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Ein Hammer-Teil! Bei der Farbe des Binding geht mir das 💓 auf! Muss ich unbedingt auch haben. Unsere Picknick-Decke hat gerade passenderweise das Zeitliche gesegnet. Danke vielmals für die schöne Inspiration und viel Freude an deiner Decke!
LG Stef

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Liebe Bine
deine Decke ist der Knaller!
Zum Glück habe ich auch ein paar alte Jeans hier (welche eigentlich für Taschen vorgesehen waren, aber jetzt wurde der Projektauftrag geändert :-)) und ich freue mich schon sehr darauf! Danke vielmals für die Inspiration. Liebe Grüsse Irene

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Sehr schöne Fotos, liebe Bine.

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Einfach wow. Auch ich bin schon lange am Sammeln von Jeans. Aber ich nahm mir noch nie die Zeit zum Überlegen. Es ist Dir gut gelungen.
Aber die Rückseite hat mich schon erstaunt, da fehlt einfach noch was, klar eben die Rückseite, mit Füllung und schönen Rückseitenstoff, um es zu quilten. Vielleicht kommt es noch? Oder bei der zweiten?
Trotz allem eine wunderschöne Decke und ich bin ganz neidisch darauf. Lieben Gruß margit

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Oh wow! Großartige Decke. Sowas mach ich mir auch eines Tages… ich dachte aber eher an eine Überdecke fürs Bett, weil ich bisher dachte Jeans Patchwork ist dann zu schwer zum herumschleppen. Oder irre ich mich?

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    Bine Knorke
    25. August 2018 22:16

    Hey,
    ich hab die Decke mit an den Strand genommen und würde sie für jedes Picknick wieder einpacken. Das Gewicht ist nicht zu verachten. Sind halt acht Hosen die man mit an den Strand schleppt 😀
    Momentan genieße ich meine Jeansdecke als Überwurf auf meinem Sofa. Da erfreut sie nicht nur mich jeden Tag, auch der Hund genießt sie!
    Die Decke ist einfach ein schönes Designelement in der Wohnung.
    LG Bine

    Antworten

Einfach genial und richtig knorke. Ilove it!!!

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Hallo Bine,
ein echt tolles Jeans-Upcycling Projekt!
Picknickdecken können ja bekanntermaßen nicht stabil genug sein – okay, das Gewicht ist ein berechtigtes Argument.
Aber sie sieht sehr sehr toll aus!
Viele Grüße,
Birgit

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